Makler oder Direktverkauf? Der ehrliche Vergleich.
Wir sind selbst Direktkäufer – und sagen trotzdem offen, wann ein Makler die bessere Wahl ist. Der folgende Vergleich hilft Ihnen bei einer informierten Entscheidung.
Stand: Oktober 2026 · Redaktionell verantwortlich: Maximilian Neumayr
Es hängt von Ihrer Situation ab.
Die Frage „Makler oder Direktverkauf?“ hat kein allgemeingültiges Richtig und Falsch. Sie hat ein „hängt von Ihrer Situation ab“ – und die Aufgabe dieses Ratgebers ist, Ihnen zu zeigen, welche Situation welche Antwort nahelegt.
Wir sind selbst Direktkäufer und damit Teil einer der beiden verglichenen Optionen. Das heißt: Wir sind nicht neutral. Aber wir versuchen, in diesem Ratgeber ehrlich zu sein – auch dort, wo der Makler die bessere Wahl für Sie ist.
Unser Leitsatz: Ein Verkauf, der Sie im Nachhinein bereuen lässt, ist kein gutes Geschäft – egal, wer daran profitiert hat. Deshalb lohnt es sich, die Entscheidung zwischen den beiden Wegen bewusst und nicht impulsiv zu treffen.
Wie ein Makler arbeitet.
Ein Immobilienmakler ist ein Vermittler. Seine Aufgabe ist es, für Ihre Immobilie einen Käufer zu finden und die Transaktion bis zum Notartermin zu begleiten.
Sein Geld verdient er an der Provision. Für den Verkauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses an einen privaten Käufer (Verbraucher) gilt seit Ende 2020 bundesweit die Halbteilung nach §§ 656a–656d BGB: Lässt sich der Makler von beiden Seiten eine Provision versprechen, zahlen beide gleich viel; hat nur der Verkäufer den Makler beauftragt, kann er höchstens die Hälfte an den Käufer weitergeben. In Bayern sind je 3,57 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer üblich, die Höhe ist verhandelbar. Verkaufen Sie eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus an einen Verbraucher und haben Sie den Makler beauftragt, tragen Sie also mindestens die Hälfte der Provision. Bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbeobjekten oder gewerblichen Käufern gilt die Halbteilung nicht; dort ist die Verteilung frei verhandelbar.
Ein guter Makler leistet eine Reihe von Dingen, die für einen optimalen Verkaufspreis wichtig sein können: Objektaufbereitung und -inszenierung, professionelle Exposé-Erstellung mit hochwertiger Fotografie, Portal- und Zielgruppenvermarktung, Management einer Käuferkartei, Organisation von Besichtigungen, Bonitätsprüfung der Interessenten, Preisverhandlung, Vertragsvorbereitung, Notar-Koordination. Im Idealfall entsteht durch all das ein Bieterwettbewerb, der einen höheren Preis erzielt, als ein einzelner Käufer bieten würde.
Wie ein Direktverkauf an einen Bestandshalter funktioniert.
Ein Direktverkauf an einen Bestandshalter wie uns läuft grundsätzlich anders. Es gibt keinen Vermittler, keinen Vermarktungsprozess, keine Käufersuche.
Der Käufer steht schon fest, bevor Sie eine Verkaufsentscheidung treffen. Sie kontaktieren uns, wir besichtigen, wir erstellen ein schriftliches Kaufangebot, Sie entscheiden, der Notar beurkundet. Die Beurkundung erfolgt in der Regel vier bis sechs Wochen nach dem Erstgespräch, die Kaufpreiszahlung in der Regel nach sechs bis zehn Wochen.
Der Kaufpreis entsteht nicht durch Bieterwettbewerb, sondern durch unsere Bewertung auf Basis aktueller Marktdaten. Wir kalkulieren das, was wir für das Objekt zu zahlen bereit sind – basierend auf unserer Renditeerwartung als Bestandshalter und den realistischen nachhaltigen Mieten.
Sechs Dimensionen, in denen sich beide Wege unterscheiden.
Provisionen und Nebenkosten.
Zeit.
Diskretion.
Verlässlichkeit und Transaktionssicherheit.
Aufwand für den Verkäufer.
Ein Rechenbeispiel: Wann lohnt sich was?
Nehmen wir ein vermietetes Mehrfamilienhaus in Erding mit realistischem Marktwert von 1,2 Millionen Euro.
Maklerverkauf (Szenario A): Angenommener Bruttopreis im Optimalfall 1,25 Millionen Euro (Bieterdynamik). Maklerprovision, angenommen 3,57 Prozent und von Ihnen getragen: 44.625 Euro. Ergebnis nach rund acht Monaten: rund 1,205 Millionen Euro netto.
Direktverkauf an uns (Szenario B): Angenommener Bruttopreis 1,2 Millionen Euro (realistischer Marktwert ohne Bieterdynamik). Keine Maklerprovision. Ergebnis nach sechs bis zehn Wochen: 1,2 Millionen Euro netto.
| Maklerverkauf (A) | Direktverkauf (B) | |
|---|---|---|
| Bruttopreis | 1.250.000 € | 1.200.000 € |
| Maklerprovision (3,57 %) | −44.625 € | 0 € |
| Leerstand / Ertragsausfall | nicht angesetzt | nicht angesetzt |
| Nettoerlös | ≈ 1.205.000 € | 1.200.000 € |
| Dauer bis zum Ergebnis | ≈ 8 Monate | 6–10 Wochen |
In diesem Beispiel liegen beide Wege beim Nettoerlös nahezu gleichauf; der Direktverkauf liefert das Ergebnis aber rund ein halbes Jahr früher. Das Beispiel unterstellt zweierlei: dass Sie als Verkäufer eine Provision von 3,57 Prozent tragen – bei Mehrfamilienhäusern ist die Verteilung frei verhandelbar – und dass unser Angebot den realistischen Marktwert erreicht. Trägt der Käufer die Provision ganz oder teilweise oder liegt unser Angebot darunter, schneidet der Maklerverkauf entsprechend besser ab. Rechnen Sie deshalb mit den Zahlen Ihres Objekts.
Wann der Makler die bessere Wahl ist.
Sieben Konstellationen, in denen der Maklerweg in der Regel besser passt:
- Einfamilienhäuser in gefragten Lagen, leer, in gutem Zustand.
- Eigentumswohnungen zur Eigennutzung in Ballungsraum-Toplagen.
- Exklusive Villen oder Premium-Objekte mit enger Zielgruppe.
- Neubau-Objekte oder kürzlich kernsanierte Immobilien.
- Verkäufer ohne Zeit- oder Liquiditätsdruck, die den absoluten Höchstpreis suchen.
- Verkäufer, die strukturiertes Bieterverfahren bevorzugen.
- Eigennutzer, die bereit sind, Besichtigungen und Vermarktungsdauer zu tragen.
Wann der Direktverkauf die bessere Wahl ist.
Acht Konstellationen, in denen der Direktverkauf in der Regel besser passt:
- Geerbte Immobilien, insbesondere bei Miterbenstrukturen.
- Vermietete Mehrfamilienhäuser und Zinshäuser.
- Sanierungsbedürftige Objekte.
- Verkäufer mit Diskretionsbedarf (Trennung, Unternehmen, öffentliches Profil).
- Verkäufer mit Zeitdruck (Steuerfristen, Lebensveränderungen, Liquiditätsbedarf).
- Verkäufer, die geografisch weit vom Objekt entfernt wohnen.
- Komplexe rechtliche Konstellationen (Wohnrecht, Nießbrauch, Altverträge).
- Gemischt genutzte Wohn- und Geschäftshäuser.
Und wenn beides möglich ist?
In vielen Fällen sind beide Wege grundsätzlich möglich.
Unser Rat: Holen Sie sich parallel eine Bewertung von uns und eine Einschätzung eines qualifizierten lokalen Maklers ein. Vergleichen Sie die Zahlen, vergleichen Sie die Zeit, vergleichen Sie das, was jeder Weg an Aufwand und Diskretion verlangt. Auf Basis dieser Vergleichsdaten fällt die Entscheidung viel leichter als auf Grundlage abstrakter Vorstellungen.
Wir akzeptieren solche Parallelprüfungen ausdrücklich. Unser schriftliches Kaufangebot ist kostenfrei und vierzehn Tage gültig – genug Zeit, um es in Ruhe mit anderen Angeboten zu vergleichen.
Mehr zu unserem Vorgehen finden Sie unter Immobilie ohne Makler verkaufen, diskret verkaufen und Ablauf.
Häufig gestellte Fragen zum Vergleich.
01Kann ich meine Immobilie zuerst über den Makler versuchen und später an Sie verkaufen, wenn es nicht klappt?
02Was kostet mich ein Bewertungsvergleich?
03Wie verlässlich ist der Direktverkauf?
04Haben Sie eine klare Meinung, was besser ist?
05Kann ich auch ohne Makler selbst verkaufen?
Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick (Stand: Oktober 2026). Er ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
Eine realistische Einschätzung für Ihr Objekt.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg für Ihre konkrete Immobilie der richtige ist, rufen Sie uns an. Wir geben Ihnen in einem kurzen Gespräch eine realistische Einschätzung – und wenn unser Weg nicht der beste für Sie ist, sagen wir Ihnen das offen.