§ Ratgeber — 02

Makler oder Direktverkauf? Der ehrliche Vergleich.

Wir sind selbst Direktkäufer – und sagen trotzdem offen, wann ein Makler die bessere Wahl ist. Der folgende Vergleich hilft Ihnen bei einer informierten Entscheidung.

Stand: Oktober 2026 · Redaktionell verantwortlich: Maximilian Neumayr

§ 01 — Ausgangslage

Es hängt von Ihrer Situation ab.

Die Frage „Makler oder Direktverkauf?“ hat kein allgemeingültiges Richtig und Falsch. Sie hat ein „hängt von Ihrer Situation ab“ – und die Aufgabe dieses Ratgebers ist, Ihnen zu zeigen, welche Situation welche Antwort nahelegt.

Wir sind selbst Direktkäufer und damit Teil einer der beiden verglichenen Optionen. Das heißt: Wir sind nicht neutral. Aber wir versuchen, in diesem Ratgeber ehrlich zu sein – auch dort, wo der Makler die bessere Wahl für Sie ist.

Unser Leitsatz: Ein Verkauf, der Sie im Nachhinein bereuen lässt, ist kein gutes Geschäft – egal, wer daran profitiert hat. Deshalb lohnt es sich, die Entscheidung zwischen den beiden Wegen bewusst und nicht impulsiv zu treffen.

§ 02 — Makler

Wie ein Makler arbeitet.

Ein Immobilienmakler ist ein Vermittler. Seine Aufgabe ist es, für Ihre Immobilie einen Käufer zu finden und die Transaktion bis zum Notartermin zu begleiten.

Sein Geld verdient er an der Provision. Für den Verkauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses an einen privaten Käufer (Verbraucher) gilt seit Ende 2020 bundesweit die Halbteilung nach §§ 656a–656d BGB: Lässt sich der Makler von beiden Seiten eine Provision versprechen, zahlen beide gleich viel; hat nur der Verkäufer den Makler beauftragt, kann er höchstens die Hälfte an den Käufer weitergeben. In Bayern sind je 3,57 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer üblich, die Höhe ist verhandelbar. Verkaufen Sie eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus an einen Verbraucher und haben Sie den Makler beauftragt, tragen Sie also mindestens die Hälfte der Provision. Bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbeobjekten oder gewerblichen Käufern gilt die Halbteilung nicht; dort ist die Verteilung frei verhandelbar.

Ein guter Makler leistet eine Reihe von Dingen, die für einen optimalen Verkaufspreis wichtig sein können: Objektaufbereitung und -inszenierung, professionelle Exposé-Erstellung mit hochwertiger Fotografie, Portal- und Zielgruppenvermarktung, Management einer Käuferkartei, Organisation von Besichtigungen, Bonitätsprüfung der Interessenten, Preisverhandlung, Vertragsvorbereitung, Notar-Koordination. Im Idealfall entsteht durch all das ein Bieterwettbewerb, der einen höheren Preis erzielt, als ein einzelner Käufer bieten würde.

§ 03 — Direktverkauf

Wie ein Direktverkauf an einen Bestandshalter funktioniert.

Ein Direktverkauf an einen Bestandshalter wie uns läuft grundsätzlich anders. Es gibt keinen Vermittler, keinen Vermarktungsprozess, keine Käufersuche.

Der Käufer steht schon fest, bevor Sie eine Verkaufsentscheidung treffen. Sie kontaktieren uns, wir besichtigen, wir erstellen ein schriftliches Kaufangebot, Sie entscheiden, der Notar beurkundet. Die Beurkundung erfolgt in der Regel vier bis sechs Wochen nach dem Erstgespräch, die Kaufpreiszahlung in der Regel nach sechs bis zehn Wochen.

Der Kaufpreis entsteht nicht durch Bieterwettbewerb, sondern durch unsere Bewertung auf Basis aktueller Marktdaten. Wir kalkulieren das, was wir für das Objekt zu zahlen bereit sind – basierend auf unserer Renditeerwartung als Bestandshalter und den realistischen nachhaltigen Mieten.

§ 04 — Hauptdimensionen

Sechs Dimensionen, in denen sich beide Wege unterscheiden.

I.

Kaufpreis.

In Marktphasen mit hoher Bieterdynamik kann ein Maklerverkauf mit Bieterverfahren nach unserer Einschätzung drei bis fünf Prozent über unserem Niveau erzielen. Wer ein hochwertiges, leeres Einfamilienhaus in einer begehrten Münchner Lage zu einem stabilen Marktzeitpunkt verkauft, erreicht mit einem guten Makler oft den absoluten Höchstpreis. In weniger optimalen Marktphasen oder bei komplexeren Objekten – vermietete Mehrfamilienhäuser, sanierungsbedürftige Objekte, Erbimmobilien, Objekte in weniger gesuchten Lagen – ist der Preisvorteil des Maklerverkaufs nach unserer Erfahrung oft gering.
Einschätzung: +3 bis 5 % in Bieterphasen
II.

Provisionen und Nebenkosten.

Haben Sie den Makler beauftragt, zahlen Sie beim Verkauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses in Bayern häufig 3,57 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer als Provision; die Höhe ist verhandelbar. Bei 700.000 Euro sind das 24.990 Euro, bei einer Million Euro 35.700 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten hängt Ihr Anteil allein von der Vereinbarung ab – von nichts bis zur vollen Provision. Beim Direktverkauf an uns entfällt die Maklerprovision komplett. Ebenso entfällt der Aufwand für Exposé, Fotografie, Inserate und Besichtigungen.
0 € Provision beim Direktverkauf
III.

Zeit.

Ein klassischer Maklerverkauf in Bayern dauert bis zur Kaufpreiszahlung nach unserer Erfahrung rund vier bis elf Monate, in schwierigeren Marktphasen länger. Beim Direktverkauf an uns erfolgt die Beurkundung in der Regel vier bis sechs Wochen nach dem Erstgespräch, die Kaufpreiszahlung in der Regel nach sechs bis zehn Wochen; komplexe Fälle können auch länger dauern. Das entspricht oft einer Zeitersparnis von mehreren Monaten. Was diese Zeit konkret wert ist, hängt von Ihrer Situation ab.
Oft Monate schneller
IV.

Diskretion.

Der Maklerverkauf ist strukturell öffentlich: Inserate auf den Portalen, Exposés im E-Mail-Verkehr mit Dutzenden von Interessenten, Besichtigungen mit unbekannten Personen. Auch bei „diskreter Vermarktung“ bleibt ein Restmaß an Öffentlichkeit. Der Direktverkauf ist strukturell privat: keine Inserate, keine Exposés im Umlauf, eine einzige Besichtigung mit unseren Geschäftsführern, keine Kommunikation im Branchenumfeld.
Keine Inserate, keine Exposés
V.

Verlässlichkeit und Transaktionssicherheit.

Ein Risiko beim Maklerverkauf: Die Finanzierung des Käufers scheitert kurz vor dem Notartermin. Wie oft das vorkommt, hängt von der Marktphase und vom Käuferkreis ab. Bei uns entfällt dieses Risiko: Wir kaufen ohne Finanzierungsvorbehalt. Was wir zusagen, setzen wir um. Zu dem Preis aus unserem schriftlichen Kaufangebot stehen wir; übliche Schwankungen am Markt bis zur Beurkundung tragen wir. Ändert sich der Markt ausnahmsweise grundlegend, sagen wir Ihnen das sofort, begründen es offen und suchen mit Ihnen eine faire Lösung. Taktische Nachverhandlungen kurz vor dem Notartermin gibt es bei uns nicht.
Kauf ohne Finanzierungsvorbehalt
VI.

Aufwand für den Verkäufer.

Beim Maklerverkauf ist Ihr Aufwand moderat, aber nicht null: Unterlagen beschaffen, Fragen des Maklers beantworten, bei Besichtigungen kooperieren, auf Verhandlungen reagieren, am Notartermin teilnehmen. Beim Direktverkauf reduziert sich Ihr Aufwand weiter: ein Erstgespräch, eine Besichtigung, eine Unterlagenbereitstellung, eine Angebotsprüfung, ein Notartermin. Fertig.
Ein Termin pro Phase
§ 05 — Rechenbeispiel

Ein Rechenbeispiel: Wann lohnt sich was?

Nehmen wir ein vermietetes Mehrfamilienhaus in Erding mit realistischem Marktwert von 1,2 Millionen Euro.

Maklerverkauf (Szenario A): Angenommener Bruttopreis im Optimalfall 1,25 Millionen Euro (Bieterdynamik). Maklerprovision, angenommen 3,57 Prozent und von Ihnen getragen: 44.625 Euro. Ergebnis nach rund acht Monaten: rund 1,205 Millionen Euro netto.

Direktverkauf an uns (Szenario B): Angenommener Bruttopreis 1,2 Millionen Euro (realistischer Marktwert ohne Bieterdynamik). Keine Maklerprovision. Ergebnis nach sechs bis zehn Wochen: 1,2 Millionen Euro netto.

Rechenbeispiel: vermietetes Mehrfamilienhaus, Marktwert 1,2 Mio. €
Makler­verkauf (A)Direkt­verkauf (B)
Brutto­preis1.250.000 €1.200.000 €
Makler­provision (3,57 %)−44.625 €0 €
Leer­stand / Ertrags­ausfallnicht angesetztnicht angesetzt
Netto­erlös≈ 1.205.000 €1.200.000 €
Dauer bis zum Ergebnis≈ 8 Monate6–10 Wochen

In diesem Beispiel liegen beide Wege beim Nettoerlös nahezu gleichauf; der Direktverkauf liefert das Ergebnis aber rund ein halbes Jahr früher. Das Beispiel unterstellt zweierlei: dass Sie als Verkäufer eine Provision von 3,57 Prozent tragen – bei Mehrfamilienhäusern ist die Verteilung frei verhandelbar – und dass unser Angebot den realistischen Marktwert erreicht. Trägt der Käufer die Provision ganz oder teilweise oder liegt unser Angebot darunter, schneidet der Maklerverkauf entsprechend besser ab. Rechnen Sie deshalb mit den Zahlen Ihres Objekts.

§ 06 — Wann Makler

Wann der Makler die bessere Wahl ist.

Sieben Konstellationen, in denen der Maklerweg in der Regel besser passt:

  • Einfamilienhäuser in gefragten Lagen, leer, in gutem Zustand.
  • Eigentumswohnungen zur Eigennutzung in Ballungsraum-Toplagen.
  • Exklusive Villen oder Premium-Objekte mit enger Zielgruppe.
  • Neubau-Objekte oder kürzlich kernsanierte Immobilien.
  • Verkäufer ohne Zeit- oder Liquiditätsdruck, die den absoluten Höchstpreis suchen.
  • Verkäufer, die strukturiertes Bieterverfahren bevorzugen.
  • Eigennutzer, die bereit sind, Besichtigungen und Vermarktungsdauer zu tragen.
§ 07 — Wann Direktverkauf

Wann der Direktverkauf die bessere Wahl ist.

Acht Konstellationen, in denen der Direktverkauf in der Regel besser passt:

  • Geerbte Immobilien, insbesondere bei Miterbenstrukturen.
  • Vermietete Mehrfamilienhäuser und Zinshäuser.
  • Sanierungsbedürftige Objekte.
  • Verkäufer mit Diskretionsbedarf (Trennung, Unternehmen, öffentliches Profil).
  • Verkäufer mit Zeitdruck (Steuerfristen, Lebensveränderungen, Liquiditätsbedarf).
  • Verkäufer, die geografisch weit vom Objekt entfernt wohnen.
  • Komplexe rechtliche Konstellationen (Wohnrecht, Nießbrauch, Altverträge).
  • Gemischt genutzte Wohn- und Geschäftshäuser.
§ 08 — Parallelprüfung

Und wenn beides möglich ist?

In vielen Fällen sind beide Wege grundsätzlich möglich.

Unser Rat: Holen Sie sich parallel eine Bewertung von uns und eine Einschätzung eines qualifizierten lokalen Maklers ein. Vergleichen Sie die Zahlen, vergleichen Sie die Zeit, vergleichen Sie das, was jeder Weg an Aufwand und Diskretion verlangt. Auf Basis dieser Vergleichsdaten fällt die Entscheidung viel leichter als auf Grundlage abstrakter Vorstellungen.

Wir akzeptieren solche Parallelprüfungen ausdrücklich. Unser schriftliches Kaufangebot ist kostenfrei und vierzehn Tage gültig – genug Zeit, um es in Ruhe mit anderen Angeboten zu vergleichen.

Mehr zu unserem Vorgehen finden Sie unter Immobilie ohne Makler verkaufen, diskret verkaufen und Ablauf.

§ 09 — Fragen aus der Praxis

Häufig gestellte Fragen zum Vergleich.

01Kann ich meine Immobilie zuerst über den Makler versuchen und später an Sie verkaufen, wenn es nicht klappt?
Theoretisch ja – aber wir empfehlen das nicht. Eine Immobilie, die sechs Monate erfolglos am Markt war, verliert an Nimbus. Potentielle Interessenten fragen, warum sie nicht verkauft wurde. Das wirkt sich auch auf unser Angebot aus, weil wir in die Marktdynamik einer „verbrannten“ Immobilie kaufen müssten.
02Was kostet mich ein Bewertungsvergleich?
Unsere Einschätzung ist kostenfrei, wenn ein Verkauf grundsätzlich in Betracht kommt. Eine Makler-Bewertung ist in der Regel ebenfalls kostenfrei, oft verbunden mit einem Wunsch nach Alleinvermarktungsvertrag. Achten Sie darauf, keinen Alleinauftrag zu unterzeichnen, bevor Sie verschiedene Optionen verglichen haben.
03Wie verlässlich ist der Direktverkauf?
Sehr. Unsere schriftlichen Kaufangebote sind vierzehn Tage gültig. Was wir zusagen, setzen wir um. Zu dem Preis aus unserem schriftlichen Kaufangebot stehen wir; übliche Schwankungen am Markt bis zur Beurkundung tragen wir. Ändert sich der Markt ausnahmsweise grundlegend, sagen wir Ihnen das sofort, begründen es offen und suchen mit Ihnen eine faire Lösung. Taktische Nachverhandlungen kurz vor dem Notartermin gibt es bei uns nicht. Rechtlich bindend wird der Kauf für beide Seiten erst mit der notariellen Beurkundung.
04Haben Sie eine klare Meinung, was besser ist?
Wir haben eine klare Meinung zu einzelnen Konstellationen (siehe oben), aber nicht zum Grundsatzvergleich. Für jemanden, der ein leeres Reihenhaus in einer gefragten Lage verkauft, ist der Makler oft die bessere Wahl. Für jemanden mit einer geerbten vermieteten Wohnung sind wir es oft.
05Kann ich auch ohne Makler selbst verkaufen?
Ja, der Eigenverkauf ist grundsätzlich möglich. Er spart die Provision, kostet aber viel Geduld und gute Nerven und verlangt Immobilienerfahrung. Für die meisten privaten Verkäufer ist der Eigenverkauf der aufwendigere Weg als Maklerverkauf oder Direktverkauf.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick (Stand: Oktober 2026). Er ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

§ 10 — Gespräch

Eine realistische Einschätzung für Ihr Objekt.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg für Ihre konkrete Immobilie der richtige ist, rufen Sie uns an. Wir geben Ihnen in einem kurzen Gespräch eine realistische Einschätzung – und wenn unser Weg nicht der beste für Sie ist, sagen wir Ihnen das offen.